Fellow-Treffen 2026: Vier Tage Physik und Austausch in Wuppertal

Eine Gruppe von etwa 20 Personen auf einer Treppe in einer Halle
© Netzwerk Teilchenwelt

Vom 6. bis 9. August 2026 kamen Fellows von Netzwerk Teilchenwelt aus ganz Deutschland an der Bergischen Universität Wuppertal zusammen. Vier Tage lang ging es um aktuelle Forschung in der Teilchen- und Astroteilchenphysik. Dazu gab es spannende Einblicke in Forschungsinfrastruktur und vor allem viel Austausch untereinander. Für die Fellows war es außerdem eine Gelegenheit, eigene Projekte vorzustellen, neue Kontakte zu knüpfen und Forschende persönlich kennenzulernen.

Zum Auftakt beim Fellow-Treffen stellte Julian Rautenberg vor, wie in der Astroteilchenphysik geforscht wird. Am Beispiel des Pierre-Auger-Observatoriums ging es um die Frage, wie die energiereichsten Teilchen des Universums untersucht werden und woher diese kosmische Strahlung stammt.

Aktuelle Forschung erleben

Am nächsten Tag konnten die Fellows Einblicke in die Arbeit der Wuppertaler Teilchenphysiker werfen. Tobias Flick erläuterte die Beiträge des Standorts zum neuen ATLAS-ITk-Pixeldetektor, der am CERN in Genf aufgebaut wird. Bei einer Führung durch den Reinraum wurde sichtbar, wie die empfindlichen Komponenten des zukünftigen Detektors unter kontrollierten Bedingungen gefertigt und montiert werden.

Auch die Bedeutung großer Datenmengen und leistungsfähiger Rechner für die moderne Forschung wurde anschaulich: Bei einer Führung durch das wissenschaftliche Rechenzentrum PLEIADES erfuhren die Fellows von Martin Errenst, wie die mehr als 17.000 CPU-Kerne der Universität für Simulationen und Datenanalysen eingesetzt werden.

Am Samstag berichtete Lea Schlickmann von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, selbst ehemalige Fellow von Netzwerk Teilchenwelt, über ihre Arbeit am IceCube Neutrino Observatory und ihrem Forschungsaufenthalt am Südpol. Dabei gab sie nicht nur Einblicke in die Suche nach kosmischen Neutrinos, sondern mit einer Fülle von spektakulären Bildern auch in den besonderen Alltag an einer Forschungsstation in der Antarktis und die Reise dorthin.

Wissenschaftskommunikation und Postersession

Zum Fellow-Treffen gehörte nicht nur die Begegnung mit aktueller Forschung, sondern auch die Frage, wie wissenschaftliche Inhalte verständlich vermittelt werden können. In einem Workshop mit David Borgelt von der Universität Münster beschäftigten sich die Fellows deshalb mit Wissenschaftskommunikation. Sie diskutierten, wie sich komplexe physikalische Zusammenhänge zielgruppengerecht erklären und spannende Geschichten aus der Forschung erzählen lassen. Dabei konnten die Fellows ihre eigenen Erfahrungen einbringen und gleich praktisch ausprobieren, wie aus wissenschaftlichen Inhalten verständliche und interessante Stories entstehen.

Ein wichtiger Bestandteil des Treffens war die Postersession am Freitag. Hier präsentierten die Fellows ihre eigenen Forschungsergebnisse, beispielsweise von Praktika oder Jugend forscht-Wettbewerben. Neben dem wissenschaftlichen Programm blieb ausreichend Zeit für Gespräche, Vernetzung und natürlich eine Fahrt mit der legendären Schwebebahn. Ein gemeinsamer Besuch im Bandwebermuseum stellte außerdem einen Bezug zur Geschichte Wuppertals und seiner Textilindustrie her.

Vier Tage Fellow-Treffen, viele neue Eindrücke

Für die Fellows boten die vier Tage in Wuppertal nicht nur spannende Einblicke in aktuelle Forschung, sondern auch die Möglichkeit, andere junge Menschen mit ähnlicher Begeisterung für Physik kennenzulernen. Neue Kontakte und gemeinsame Erfahrungen bleiben dabei über das Treffen hinaus bestehen.

Ein besonderer Dank gilt dem Organisationsteam am Standort Wuppertal, Dominic Hirschbühl und Lukas Kretschmann, sowie allen Forschenden und Beteiligten, die zum Programm beigetragen haben.